RATGEBER · Von Björn Hoss · 2025-03-10 · 5 Min. Lesezeit
DSGVO im Immobilienvertrieb — Was Makler wissen müssen
Was gilt die DSGVO für Immobilienmakler und Vertriebe?
Die DSGVO betrifft jeden Immobilienmakler und Vertrieb — unabhängig von der Größe. Die Verarbeitung personenbezogener Daten von Käufern, Verkäufern und Interessenten unterliegt strengen Regeln. Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
Bußgeld-Risiko: Bei DSGVO-Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro oder 4 % des Jahresumsatzes. Auch kleine Vertriebe wurden bereits sanktioniert — häufig wegen fehlender Einwilligungen oder unsicherer Datenspeicherung.
DSGVO — was gilt für Makler?
Immobilienmakler verarbeiten täglich sensible personenbezogene Daten: Namen, Adressen, Einkommensnachweise, Bankverbindungen und Bonitätsdaten. All diese Daten fallen unter die DSGVO. Das bedeutet: Sie brauchen eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, müssen die Daten sicher speichern und dem Betroffenen auf Anfrage Auskunft erteilen können.
Kundendaten richtig speichern
- Verschlüsselte Speicherung aller personenbezogenen Daten
- Zugriffsrechte nach dem Need-to-know-Prinzip
- Automatische Löschung nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist
- Keine Speicherung auf privaten Geräten oder in privaten E-Mail-Postfächern
- Regelmäßige Backups und Notfallpläne
Einwilligungen dokumentieren
Für viele Verarbeitungszwecke benötigen Sie die ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen — etwa für Marketing-E-Mails oder die Weitergabe von Daten an Finanzierer. Diese Einwilligungen müssen nachweisbar dokumentiert werden: Wer hat wann wozu eingewilligt?
Nutzen Sie digitale Einwilligungsformulare mit Zeitstempel und IP-Adresse. So sind Sie im Streitfall auf der sicheren Seite.
Software DSGVO-konform wählen
- Server-Standort in Deutschland oder EU
- Verschlüsselte Datenübertragung (TLS/SSL)
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vorhanden
- Löschkonzept und Datenportabilität
- Zugriffsprotokollierung (Audit-Trail)
- Regelmäßige Sicherheits-Updates
Server in Deutschland — warum wichtig?
Die Speicherung personenbezogener Daten auf Servern außerhalb der EU ist datenschutzrechtlich problematisch. US-amerikanische Cloud-Dienste unterliegen dem CLOUD Act, der US-Behörden Zugriff auf gespeicherte Daten ermöglicht — auch ohne Wissen der Betroffenen. Deutsche Server bieten hier maximale Rechtssicherheit.
Fazit
Die DSGVO ist keine Bürde — sie ist ein Qualitätsmerkmal. Vertriebe, die den Datenschutz ernst nehmen, schaffen Vertrauen bei Käufern und Partnern.