RATGEBER · Von Björn Hoss · 2026-06-09 · 7 Min. Lesezeit
Notartermin Immobilie: Ablauf, Dauer & Checkliste zur Vorbereitung
Wie ein Notartermin abläuft, wie lange er dauert, welche Dokumente du brauchst – und warum der Vertragsentwurf 14 Tage vorher da sein muss.
Beim Notartermin entscheidet sich, ob aus Wochen der Arbeit ein Abschluss wird – oder ob alles eine Runde zurückgeht. Die gute Nachricht: Fast jeder geplatzte Termin lässt sich auf eine Handvoll vermeidbarer Ursachen zurückführen. Wer die kennt und sauber vorbereitet, hat den Termin im Griff.
Die wichtigste Frist: Der Kaufvertragsentwurf muss dem Käufer mindestens 14 Tage vor der Beurkundung vorliegen (§ 17 Abs. 2a BeurkG). Diese Frist ist kein Vorschlag – wird sie verkürzt, kann der Notar die Beurkundung verschieben. Plane also realistisch 3–4 Wochen Vorlauf ein.
Wie ein Notartermin abläuft
Der Notar liest den Kaufvertrag vollständig vor – das ist Pflicht, nicht Formsache. Beide Seiten können an jeder Stelle Fragen stellen und Änderungen besprechen. Danach wird unterschrieben. Anschließend veranlasst der Notar die Auflassungsvormerkung im Grundbuch und überwacht die Kaufpreiszahlung. Der eigentliche Termin dauert meist 30 bis 60 Minuten; bei mehreren Einheiten oder Rückfragen auch länger.
Welche Dokumente du brauchst
- Personalausweise oder Reisepässe aller Beteiligten
- Aktueller Grundbuchauszug (üblich: nicht älter als 3 Monate)
- Teilungserklärung mit Aufteilungsplan (bei Eigentumswohnungen)
- Baubeschreibung und Baupläne (im Neubau)
- Gültiger Energieausweis
- Finanzierungsbestätigung des Käufers
- Vollmachten, falls jemand vertreten wird
- Ggf. Wohnflächenberechnung
Checkliste für den Vertrieb
- Vertragsentwurf rechtzeitig (14-Tage-Frist!) an alle Parteien senden – und den Versand dokumentieren.
- Finanzierungsbestätigung selbst prüfen, nicht auf mündliche Zusagen verlassen.
- Alle Unterlagen zentral im Datenraum bereitstellen, damit niemand am Termintag sucht.
- Termin mit Käufer, Verkäufer und ggf. Berater fest abstimmen.
- Letzter Datencheck: Namen, Kaufpreis, Flächen, Bankverbindung – stimmt alles im Entwurf?
- Nach der Beurkundung den Status sofort in der Pipeline aktualisieren.
Häufigster Grund für geplatzte Termine: Eine fehlende oder wackelige Finanzierungsbestätigung. Prüfe sie früh und schriftlich – ein „passt schon" am Telefon hat noch keinen Termin gerettet.
Den Termin digital koordinieren
Ein Notartermin hat viele Beteiligte und noch mehr Dokumente. Genau hier entstehen die Fehler: Jemand bekommt den Entwurf zu spät, eine Unterlage liegt nur im Mailpostfach, der Status ist unklar. Wenn alle Dokumente an einem Ort liegen, Erinnerungen automatisch rausgehen und der Status in der Pipeline sichtbar ist, fällt diese ganze Fehlerquelle weg.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Notartermin?
In der Regel 30 bis 60 Minuten. Den größeren Zeitaufwand macht die Vorbereitung – vor allem die 14-Tage-Frist für den Vertragsentwurf.
Muss der Vertrag wirklich vorgelesen werden?
Ja. Die Verlesung durch den Notar gehört zur Beurkundung und ist gesetzlich vorgeschrieben. Nutze die Zeit, um bei Unklarheiten nachzufragen – danach wird unterschrieben.
Was passiert nach der Beurkundung?
Der Notar trägt die Auflassungsvormerkung ein, holt nötige Genehmigungen ein und teilt mit, wann der Kaufpreis fällig ist. Erst nach Zahlung und Eigentumsumschreibung gehört die Immobilie offiziell dem Käufer.
Ein Notartermin platzt selten am Termin selbst – er platzt drei Wochen vorher, wenn jemand die Frist oder die Finanzierung schleifen lässt.
Hinweis: Dieser Beitrag fasst den üblichen Ablauf zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der konkrete Kaufvertrag und die jeweils geltenden Vorschriften; bei Fragen ist der beurkundende Notar der richtige Ansprechpartner.